First Supply baut mit moderner, durchgängiger Lagerautomatisierung auf seinem Familienerbe auf

Teilen

Seit über 125 Jahren beliefert First Supply Bauunternehmer und Industriekunden im oberen Mittleren Westen der USA mit wichtigen Produkten und Support – schnell, präzise und professionell. Durch die zunehmende Artikelvielfalt und das Umsatzwachstum stieß die Bevorratungsstrategie der lokalen Niederlassungen an ihre Grenzen. Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung nach der Corona-Pandemie entschloss sich das Familienunternehmen in fünfter Generation, seine Lieferkette mit einem hochmodernen Distributionszentrum umzugestalten. Dieses bündelt die Lieferantenbestände und füllt den Bedarf der Niederlassungen schnell wieder auf – nur wenige Meilen vom ursprünglichen Standort des Unternehmens in La Crosse, Wisconsin, entfernt.

Über First Supply

First Supply vertreibt Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik (HVAC), Baubedarf, Sanitärbedarf, Beleuchtung, Wasserversorgungstechnik, industrielle Rohrleitungstechnik (PVF), Pumpen, Brunnen- und Klärgrubenbedarf über 54 Standorte in fünf Bundesstaaten, darunter 16 Küchen- und Bad-Showrooms, die Privatkunden direkt bedienen. Mit mehr als 80.000 Artikelnummern (SKUs), die in einem Jahr verkauft werden, bietet First Supply regionalen Industriebetrieben, Fachhandwerkern und Endverbrauchern ein umfassendes Produktsortiment. Dabei schlägt das Unternehmen eine Brücke zwischen den Generationen: Enkel kaufen bei demselben Partner, dem schon ihre Großeltern ihr Vertrauen schenkten.

Die Herausforderung: Mit steigender Nachfrage stieß die Distributionskapazität an ihre Grenzen

Im Jahr 2020 löste ein Bauboom einen starken Nachfrageanstieg aus, der das Distributionsnetzwerk von First Supply an seine Kapazitätsgrenzen brachte und mehrere miteinander verknüpfte Herausforderungen offenlegte:

  • Die Kundenerwartungen überholten das Netzwerk. E-Commerce-Käufer wünschten sich Lieferung am nächsten Tag, und die Niederlassungen brauchten eine so schnelle Nachschubversorgung, dass sie nicht mehr Vorräte für mehrere Wochen vorhalten mussten.
  • Der Nachschub lief über zu viele Zwischenstationen. Die Lieferanten belieferten eine Mischung aus lokalen Lagern und ein kleines Zentrallager, das dann alle Standorte versorgte. Jeder zusätzliche Schritt verlangsamte den Warenfluss, sodass die Niederlassungen größere Bestände vorhielten, als sie benötigten, und Regalfläche verloren, die für Spezialartikel hätte genutzt werden können.
  • Die Niederlassungen hatten keinen Platz mehr zum Wachsen. Die meisten Standorte stießen aufgrund von Wachstum, Sortimentsmix und Bevorratungsanforderungen räumlich an ihre Grenzen.

Der Annahmeschluss war die zugrunde liegende Einschränkung hinter all dem. Bauunternehmer arbeiten nach den Zeitplänen ihrer Baustellen: Wird eine Bestellung nur eine Stunde zu spät aufgegeben, wartet am nächsten Morgen eine Mannschaft auf Material. Katie Poehling Seymours Vater, der das Unternehmen vor ihr geleitet hatte, forderte sie heraus, den Annahmeschluss so spät am Tag wie möglich anzusetzen und dabei dennoch die Lieferung am nächsten Morgen zu garantieren.

Um diese Herausforderungen zu meistern, musste First Supply die Erwartungen an eine Lieferung am nächsten Tag sowohl im E-Commerce als auch bei der Nachschubversorgung der Niederlassungen erfüllen, Zwischenstationen aus dem Netzwerk herausnehmen und Kapazitäten schaffen, in die das Unternehmen hineinwachsen kann, anstatt sie erneut auszureizen.

Die Lösung: First Supply zentralisierte die Auftragsabwicklung, um mit dem Wachstum Schritt zu halten

Um das Wachstum zu unterstützen, wollte First Supply ein neues zentrales Distributionszentrum errichten und moderne Möglichkeiten nutzen, darunter Automatisierung. Automatisierung war Neuland für das Unternehmen. Es handelt sich um das größte Investitionsprojekt in der Firmengeschichte. Der Auswahlprozess für den richtigen Partner wog daher mindestens ebenso schwer wie die Leistungsfähigkeit der Technologie.

Im Rahmen des Entscheidungsprozesses besuchte das Team Unternehmen, die bereits Exotec-Systeme und konkurrierende Systeme im Einsatz hatten, und fragte die Mitarbeitenden vor Ort, wie der Arbeitsalltag mit den Systemen tatsächlich aussieht. Neben den Unterschieden bei Technologie und Architektur lag der entscheidende Vorteil von Exotec darin, dass das Unternehmen seine Technologie selbst entwickelt, gefertigt und integriert hat. Das bedeutete: ein einziger Ansprechpartner für die Roboter, die Software und die Anbindung an das WMS von First Supply. Hinzu kamen ein Techniker vor Ort und eine rund um die Uhr, an 365 Tagen im Jahr besetzte Leitstelle, die das System aus der Ferne überwacht.


Wir wählen Partner für die Langfristigkeit aus, egal ob es sich um einen Rohrlieferanten oder einen Technologieanbieter handelt. Wir wollen Partner, die ihre Produkte und Systeme kennen und die Verantwortung für die gesamte Lösung übernehmen. Das bedeutet: kein Schwarzer-Peter-Spiel, wenn eine Herausforderung auftritt. Alle arbeiten gemeinsam auf dasselbe Ziel hin.“ – Katie Poehling Seymour, President & CEO, First Supply


Das neue Gebäude hat eine Fläche von 308.000 Quadratfuß (rund 28.600 m²) und eine lichte Deckenhöhe von 40 Fuß (rund 12 m). Diese Dimensionen wurden gewählt, um die Lagerkapazität zu maximieren und zugleich die Grundfläche des Gebäudes möglichst gering zu halten. Das Exotec-System kann die gesamte Höhe des neuen Gebäudes von First Supply nutzen.

E-Commerce-Bestellungen und die Nachschubversorgung der Niederlassungen werden aus demselben Bestand und im selben System kommissioniert. So kann ein einziges Gebäude alle Standorte versorgen und zugleich direkt an Kunden liefern. Die Software-Ebene von Exotec ist mit dem WMS von First Supply verbunden und bietet so einen Echtzeitüberblick über Bestände und Warenbewegungen im Distributionszentrum. Bestellungen, die bis 17 Uhr eingehen, werden auf eine Nachttour gegeben, die die Niederlassung noch vor Eintreffen der Frühschicht erreicht, rechtzeitig für die Last-Mile-Zustellung desselben Tages.

Die integrierte Lösung von Exotec

Exotec hat eine hochautomatisierte Fulfillment-Lösung rund um das Skypod-System entwickelt, gefertigt und integriert. Die Lösung besteht aus:

  • 12 m hohen vertikalen Lagerregalen mit einer Kapazität für über 50.000 Behälter
  • 31 Robotern
  • 3 Kommissionierstationen
  • 6 Packstationen
  • 12 Zielsortierbahnen (Destination-Sortation-Lanes) mit einer Rückführbahn
  • 3 Einlagerungsstationen (Induction-Arbeitsplätzen)
  • 1 Verdichtungsstation (um die Behälter bei Bedarf möglichst voll zu halten)

Über das Skypod-System hinaus verfügt das Distributionszentrum über mehr als 12.000 Standard-Palettenregalplätze für größere Artikel wie Warmwasserbereiter, Verflüssiger und Heizkessel. Zu den unterstützenden Systemen im gesamten Gebäude gehören:

  • 2 Cubiscan-Dimensioner (Volumenmessgeräte) zur präzisen Erfassung von Produktmaßen und Gewicht
  • Integration zwischen dem Navigationssystem der Jungheinrich-Kommissionierfahrzeuge und dem WMS
  • 5 Palettenwickler-Roboter (Stretchwickler)
  • Automatische Bodenreinigungsmaschine (Scheuersaugmaschine)
  • „Eyes-up, Hands-free”-Scangeräte (Geräte zum freihändigen Scannen mit Blick nach vorn)

Die Ergebnisse: First Supply verbessert den Service und erweitert die Kapazität

Die Zentralisierung des Bestands und die Automatisierung der Auftragsabwicklung haben die Herausforderung gelöst, die Katies Vater gestellt hatte. Bestellungen, die bis 17 Uhr eingehen, kommen nun am nächsten Morgen an, und die Niederlassungen werden im selben nächtlichen Zyklus aufgefüllt. Die Wirkung zeigt sich in drei zentralen Bereichen:

Reaktionsschnellerer Service

  • Zugang zu Waren am nächsten Tag im gesamten Netzwerk. Die Niederlassungen erhalten aufgefüllte Bestände innerhalb von 24 Stunden, und Spezialartikel, deren Bevorratung sich für keine einzelne Niederlassung gelohnt hätte, stehen nun allen aus einem einzigen Gebäude zur Verfügung.
  • Größere Artikelvielfalt in den Niederlassungen. Regalfläche, die früher für Sicherheitsbestände genutzt wurde, bietet nun Platz für Produkte, die auf die lokale Nachfrage der jeweiligen Niederlassung zugeschnitten sind.
  • Bis zu zehnmal schnellere Auftragsabwicklung. Die Ware durchläuft den automatisierten Betrieb deutlich schneller als den manuellen Prozess, den dieser ersetzt hat.

„Im vergangenen Sommer gab es im Südosten von Wisconsin schwere Überschwemmungen, kurz nachdem das neue Distributionszentrum eröffnet worden war. Dank der Lieferfähigkeit am nächsten Tag konnten wir viele weitere Produkte, die die Gemeinde dringend brauchte, sofort liefern. Zum Beispiel Warmwasserbereiter. So konnten wir etwas am nächsten Tag liefern, wofür wir in der Vergangenheit mehrere Tage gebraucht hätten.”– Steve Baer, Chief Logistics Officer, First Supply


Kapazität für weiteres Wachstum

  • Mehr Bestand auf derselben Grundfläche. Das System kann die SKU-Kapazität um das Vierfache steigern, ohne dass die bestehenden Regale erweitert werden müssen.
  • Mehr Durchsatz bei weiter steigender Nachfrage. First Supply kann den Durchsatz um etwa 30 % steigern, indem das Skypod-System um zusätzliche Behälter und Roboter ergänzt wird.
  • Platz für eine Verdopplung. First Supply hat die 20 Acres (rund 8 Hektar) östlich des Gebäudes erworben, genug, um sowohl das Gebäude als auch die Skypod-Installation zu verdoppeln.

Besseres Mitarbeitererlebnis

  • Schnelles Onboarding. Neue Mitarbeitende erreichen innerhalb weniger Stunden eigenständig die vorgesehene Kommissionier- bzw. Packleistung und wechseln zwischen Einlagerung, Kommissionierung, Verpackung und Sortierung, anstatt immer dieselbe Aufgabe zu wiederholen.
  • Geringere körperliche Belastung. Ergonomische Arbeitsplätze bringen die Ware zum Mitarbeitenden, anstatt den Mitarbeitenden zur Ware zu schicken.
  • Wachstum ohne proportionalen Personalaufbau. First Supply lagert im neuen Distributionszentrum mehr Ware und bewegt schneller größere Mengen als im Betrieb, den es ersetzt hat. Für die Artikel, die über das Exotec-System laufen, wächst der Personalbedarf dabei unterproportional.

Sind Sie bereit, Ihr Lager völlig neu aufzustellen?