Weniger Fläche, weniger CO₂: Automatisierung kann Lageremissionen um bis zu 25 Prozent senken

8. September 2026
  • Bis zu 25 Prozent weniger CO₂ bei gleicher Lagerleistung, wenn Automatisierung tatsächlich Fläche einspart
  • Rund 40 Prozent weniger Flächenbedarf durch dichtere und vertikale Lagerung
  • Exotec weist seit Juli 2025 in jedem Angebot einen CO₂-Wert aus; grüner Stahl kann den CO₂-Fußabdruck eines Standardsystems um bis zu 30 Prozent senken

München-Flughafen, 08. September – Durch eine dichtere und vertikale Lagerung können automatisierte Lager CO₂-Emissionen, Energieverbrauch und Flächenbedarf gleichzeitig reduzieren. Voraussetzung ist, dass die Technologie genutzt wird, um die benötigte Lagerfläche zu verkleinern und nicht um lediglich die Kapazität auf gleicher Fläche zu erhöhen. Das zeigen zwei Studien unter Leitung der französischen Umweltbehörde ADEME und der Managementberatung Argon & Co, an denen der Automatisierungsspezialist Exotec als Partner beteiligt war.

Nachhaltigkeitsberichte in der Logistik konzentrieren sich häufig auf Transporte, Verpackungen und Geschäftsreisen. Ein wesentlicher Teil der Umweltwirkung entsteht jedoch durch das Lagergebäude selbst. Gleichzeitig liegt genau hier ein häufig unterschätzter Hebel, um den CO₂-Fußabdruck zu reduzieren.

Eine der Untersuchungen, die gemeinsam mit ADEME, der französischen staatlichen Agentur für den ökologischen Wandel durchgeführt wurde, war eine Lebenszyklusanalyse. Die zweite führte die internationale Managementberatung Argon & Co durch und verglich fünf unterschiedliche Kommissioniertechnologien in verschiedenen Szenarien. Beide kommen zum selben zentralen Ergebnis: Für die Umweltbilanz eines Lagers sind vor allem das Gebäude selbst und dessen Energieverbrauch entscheidend. Der wirksamste Hebel für beide Faktoren ist eine möglichst kompakte Bauweise.

„Ein kleineres und dichter genutztes Lager benötigt weniger Baumaterial, weniger Grundstücksfläche und weniger Raum, der beheizt werden muss. Genau dort liegt der große ökologische Gewinn. Da die Beheizung den Großteil des Energieverbrauchs eines Lagers ausmacht, kann eine stärkere Nutzung der Höhe anstelle zusätzlicher Fläche den Fußabdruck deutlich reduzieren“, sagt Andreas Stöckl, Executive Vice President of Sales Central Europe bei Exotec.

Die Studie von Argon & Co zeigt, warum. Automatisierte Systeme ermöglichen es, Waren dichter und stärker in der Höhe zu lagern. Dadurch kann die benötigte Lagerfläche gegenüber einem manuellen Betrieb um rund 40 Prozent sinken. Eine kleinere Halle benötigt weniger Baumaterial und weniger Heizenergie. Zwar verbrauchen die Roboter selbst mehr Strom als manuell betriebene Systeme, der geringere Bedarf für Gebäude und Heizung kann diesen zusätzlichen Energieverbrauch jedoch ausgleichen. In einzelnen von der Studie untersuchten Szenarien sinken die gesamten CO₂-Emissionen dadurch um bis zu 25 Prozent.

Gleichzeitig zeigen die Untersuchungen, dass die reine Fläche für die Bewertung zu kurz greift. Bei der Planung eines Lagers geht es in der Praxis vor allem um die benötigte Leistung: Wie viele Waren müssen gelagert und wie schnell müssen sie bewegt werden? Entscheidend ist daher, welchen finanziellen und ökologischen Aufwand eine bestimmte Leistung verursacht.

Genau hier kann Automatisierung einen Unterschied machen. Durch eine dichtere und vertikale Lagerung lässt sich dieselbe Kapazität auf deutlich weniger Fläche erreichen. Unternehmen können dadurch eine Erweiterung oder den Umzug in eine größere Anlage und die damit verbundenen Emissionen vermeiden.

„Dieser Punkt wird in der Diskussion häufig übersehen. Bei Automatisierung geht es nicht darum, Fläche als Selbstzweck zu reduzieren, sondern darum, aus jedem vorhandenen Quadratmeter möglichst viel Leistung herauszuholen. Wenn Unternehmen dadurch wachsen können, ohne neu bauen zu müssen, entsteht der eigentliche ökologische Gewinn“, sagt Stöckl.

Über die Studienergebnisse hinaus arbeitet Exotec daran, den CO₂-Fußabdruck der eigenen Produkte zu reduzieren. Der Umstieg auf grünen Stahl, der zu bis zu 80 Prozent aus Stahlschrott besteht und in Elektrolichtbogenöfen hergestellt wird, kann den CO₂-Fußabdruck eines Standardsystems um bis zu 30 Prozent senken. Das entspricht mehr als 600 Tonnen CO₂-Äquivalenten pro verkauftem System. Seit Juli 2025 weist Exotec zudem in jedem Angebot einen CO₂-Wert aus, damit Kunden die Klimawirkung bereits bei der Beschaffung berücksichtigen können.

„Unternehmen wollen bei Investitionsentscheidungen neben dem Preis zunehmend  auch die Klimawirkung einbeziehen. Als Anbieter müssen wir deshalb transparent darstellen können, welchen CO-Fußabdruck eine Lösung verursacht“, sagt Stöckl.

Wie Exotecs Automatisierungstechnologie in Deutschland in der Praxis eingesetzt wird, zeigt die Zusammenarbeit mit der Renault Deutschland AG. Am Standort Brühl stattet Exotec ein neues automatisiertes Lager mit 24.000 Quadratmetern Fläche mit seinem Skypod-System aus. Insgesamt kommen dort 89 Skypod-Roboter zum Einsatz. Das System ist auf einen Durchsatz von mehr als 1.600 Behältern und 1.500 Auftragszeilen pro Stunde ausgelegt. Von Brühl aus sollen Autohändler der Marken Renault, Dacia und Alpine in ganz Deutschland mit Ersatzteilen versorgt werden. Damit setzt die Renault Deutschland AG auf eine kompakte, vertikale Lagerlogik, wie sie auch den untersuchten Automatisierungsszenarien zugrunde liegt.

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